Die Piratenpartei Münster lehnt einen Abriss des denkmalgeschützten JVA-Gebäudes an der Gartenstraße entschieden ab. Seit spätestens 2008 war bekannt, dass das alte Gebäude stark sanierungsbedürftig und die Unterbringungssituation der Insassen nicht mehr zeitgemäß war. Im Jahr 2010 gab es dann auch mehrere gerichtliche Klagen von Insassen, denen zum Teil stattgegeben wurden. In der Ratssitzung vom 7.7.2010 wurde ein Gutachten vorgestellt, das ebenfalls dringenden Handlungsbedarf feststellte. 
Weitere Jahre verstrichen. „Das dann ab 2013 folgende Possenspiel um den angedachten Standort östlich von Handorf braucht man wohl nicht mehr weiter zu kommentieren“, sagt Peter Hemecker, Piraten-Bezirksvertreter in der BV Münster-Ost. „Der Tiefpunkt war dann die 48-Stunden-Räumung Anfang Juli in dieser Kette von Nicht- und Fehlentscheidungen“, so Hemecker weiter.
Nachdem nun weitere drei Jahre untätig verstrichen sind, soll nun in einer Kurzschlussentscheidung das denkmalgeschützte Gebäude teilabgegrissen werden. Dies muss unter allen Umständen verhindert werden: Die mindestens achtjährige Untätigkeit kann nicht zu Lasten alter, unwiederbringlicher Baudenkmäler gehen. 
„Bevor man jetzt Schnellschüsse macht, sollte eher geprüft werden, ob eine JVA überhaupt am Standort Münster notwendig ist, da es in NRW bekanntlich Überkapazitäten gibt“, meint Piraten-Landtagsabgeordneter Daniel Düngel. Er sieht auch NRW-Justizminister Thomas Kutschaty als mitverantwortlich für dieses Desaster.
Das Titelbild ist von Dietmar Rabbich und steht unter der CC BY-SA 4.0 Lizenz.