Die Piraten Münster sind entsetzt über die Entscheidung des Sparkassen-Verwaltungsrats, an dem im Januar veröffentlichten Konzept zur Filialen-Schließung unverändert festzuhalten. In allen Stadtteilen hat es zum Teil erbitterten Protest gegeben. In den Bezirksvertretungen Münster-Ost und Münster–Südost fanden Anregungen der Piraten, zumindest überall SB-Standorte vorzuhalten, die Zustimmung aller Parteien. In Stadtteilen mit hohem Anteil älterer Bewohner, wie z.B. Berg Fidel oder Hiltrup-Ost, hätten zudem die Filialen mit direkter Kundenbetreuung erhalten werden müssen.
Im Gegensatz zu Privatbanken ist der Unternehmenszweck der Sparkasse vor allem, die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft in ihrem Tätigkeitsgebiet sicherzustellen. Die Sorge um niedrige Gewinne ist satzungsgemäß nachrangig und angesichts der erst vor einem Jahr verkündeten guten Geschäftslage nicht nachvollziehbar. Auch der derzeitige Niedrigzins, der als Grund für die Schließungen immer wieder genannt wird, ist nicht unbedingt gewinnschädlich. So wurden die Dispozinsen bei deutschen Kreditinstituten seit 2000 im Bundesschnitt nur um weniger als 1 % gesenkt, der Refinanzierungszins sank aber um über 4 %, was den Banken und Sparkassen zusätzliche Gewinne bescherte.
Dass sich Oberbürgermeister Lewe als Chef des Verwaltungsrats so wenig von Bürgerprotesten beeindrucken lässt, ist bezeichnend und spricht der vor seiner letztjährigen Wahl zur Schau gestellten Bürgernähe Hohn.