Die Piratenpartei Münster bekennt sich ausdrücklich zur sozio-kulturellen Vielfalt und unterstützt selbstverwaltete Zentren und Projekte in Bürgerhand, wie es auch in ihrem Kommunalwahlprogramm festgeschrieben ist.

Die Besetzung des alten Zollamtes als „Soziales Zentrum“ in Münster hat hohe Wellen in und um Münster und natürlich auch in der Kommunalpolitik geschlagen. Die übliche „harte Hand“-Polemik der CDU und die verklärte Sichtweise der Linken haben die Piraten dazu veranlasst, sich mit der Materie genauer zu befassen. Daher haben sich der Vorsitzende, Felix Wöstmann und das Mitglied der Piraten im Kulturausschuss, Martin Gutsch, ein Bild vor Ort gemacht.

„Mein Eindruck vor Ort war: Alles nette, sehr sozial engagierte Leute, die sehr viel Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander legen. Krawallmacher habe ich nicht gesehen.“ so Kulturausschuss-Mitglied Martin Gutsch.

Die Besetzung hat allerlei Begehrlichkeiten erweckt: Man hört neben dem von den Besetzern geplanten „Sozialen Zentrum“ Forderungen nach Platz für Flüchtlinge, Wohnraum für Studierende oder nach einer Kita.

Die Piraten Münster sind der Auffassung, dass sich diese Interessen nicht gegenseitig ausschließen müssen und man nicht gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielen sollte. Die Piraten glauben, dass in den beiden Gebäuden an der Sonnenstraße Platz für all diese Forderungen ist. „Das wäre gelebte Integration“ so Felix Wöstmann. Daher fordern die Piraten alle Beteiligten dazu auf, sich gütlich im Sinne der Stadt Münster und ihrer Bürger zu einigen. Alternativ können sich die Piraten ein selbst verwaltetes Zentrum auch im „Alten Schützenhofbunker“ in Verbindung mit Proberäumen, wie sie dort einst waren, vorstellen.

Den Piraten Münster geht es nicht nur um das „alte Zollamt“:

In Münster stehen rund 600 öffentliche Gebäude teils seit Jahren leer und verursachen weiter Kosten. Dem Gegenüber steht ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum für alle, fehlende kulturelle Freiräume und zu wenig Platz für Flüchtlinge. Warum nicht also die Nutzung und Instandhaltung durch Bürger unserer Stadt ermöglichen?

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