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Katholikentag ja – noch mehr finanzielle Unterstützung für die Kirche nein

Die Piratenpartei Münster freut sich für die Katholiken in der Stadt, dass der Katholikentag 2018 in Münster stattfinden soll. Andererseits befremdet es die Piraten, dass wenige Tage nach Verkündung dieser Nachricht von den Veranstaltern ein städtischer Zuschuss von 1,5 Mio. EUR eingefordert wird.

Die Piratenpartei Deutschland fordert die Trennung von Staat und Religion. Dies gilt auch für finanzielle Belange, zumal kirchliche Einrichtungen, insbesondere in Münster, schon stark durch den öffentlichen Haushalt gefördert werden. Einen Teil der Kosten für den Katholikentag wird die Öffentlichkeit ohnehin tragen, z.B. für die Sicherheit.
Der Katholikentag kommt nicht der gesamten Allgemeinheit zu Gute, sondern ist nur für einen Teil der Bevölkerung von Interesse. Aus diesen Gründen lehnt die Piratenpartei Münster eine finanzielle Unterstützung des Katholikentages auf Kosten des städtischen Haushaltes ab.

Jahrelang wird in Münster über deutlich geringere Beiträge diskutiert, wie beispielsweise für Zuschüsse zum Stadtfest, welches für alle da ist. Da sollte man über einen so gewaltigen Zuschuss für eine Veranstaltung einer vermögenden Religionsgemeinschaft, die nur einen Teil der Bevölkerung repräsentiert, gar nicht nachdenken.


„Gerade erst hat sich die katholische Kirche etliche Millionen in Form von Bargeld und Immobilienvermögen einverleibt. Die Auflösung des Münsterschen Studienfonds spülte rund 70 Millionen € in die Kasse der Glaubenseinrichtung.“ bemerkt Sebastian Kroos, Vorsitzender der Piratenpartei Münster. „Während in den letzten Jahrzehnten dieser Fonds die Universität in Münster unterstützte, fiel das Vermögen nun dem Land und der Kirche zu. Erträge werden nun allenfalls für bischöfliche Seminare Unterstützung bieten, statt der gesamten Studierendenschaft zu Gute zu kommen. Auch vor diesem Hintergrund sehe ich keinen Grund die Veranstaltung mit einem Millionenzuschuss unter die Arme zu greifen.“

Bei einem Kirchensteueraufkommen von 5,5 Mrd. EUR im Jahr 2013, Zuwendungen des Staates bei der Zahlung der Gehälter für Bischöfe und den notorisch niedrigen Trägeranteilen bei kirchlichen Kindergärten, sollte es der katholischen Kirche möglich sein, ein für sie so wichtiges Ereignis allein zu finanzieren, finden die Piraten.

1 Kommentar zu “Katholikentag ja – noch mehr finanzielle Unterstützung für die Kirche nein

  1. *durch Admin hierher verschoben*

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    morgen verhandelt der Rat der Stadt Münster über einen kommunalen Zuschuss zur Ausrichtung des 101. Katholikentages im Jahr 2018 in Münster. Zu diesem Anlass möchte ich Sie auf die ARD-Sendung vom 08.09.2014 hinweisen, die in der Mediathek noch abgerufen werden kann mit dem Titel „Vergelt’s Gott – Der verborgene Reichtum der katholischen Kirche“. Danach wäre eine Finanzierungsbeteiligung der Stadt Münster, selbst in Bagatellhöhe, eine schreiende Ungerechtigkeit, die eigentlich selbst der katholischen Kirche als Vertreterin der Religion der Liebe und Gerechtigkeit zu tiefst widerwärtig sein müsste. Vergleichbar wäre ebenso ein Skandal, wenn sich die öffentliche Hand an der Finanzierung einer Betriebsfeier für einen Automobilkonzern beteiligen würde.

    Lässt es die gegenwärtige finanzielle Situation der Stadt Münster überhaupt zu, dem Kapitalismus-Effekt zu frönen: „Wer hat, dem wird gegeben …“(nach Matthäus 25,29)?

    Die Verwendung öffentlicher Mittel versteht sich im Interesse der Allgemeinheit und nicht der Bevorzugung einzelner Interessengruppen, wozu auch Religionsgemeinschaft zählen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bernhard T.

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