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Beschönigung bei fehlenden Kitaplätze

Johannes Schmanck, Listenplatz 2 zur Ratswahl
Johannes Schmanck, Listenplatz 2 zur Ratswahl
Die ersten offiziellen Zahlen zu fehlenden Kita-Plätzen klingen für die PIRATEN Münster zu ‚gut‘ um unkommentiert bleiben.

Johannes Schmanck, Listenkandidat der PIRATEN Münster, spricht Tacheles und interpretiert die Zahlen:

„Nur 197 Kinder ohne Kita-Platz in einer Stadt mit 300.000 Einwohnern – Super!
Nein. Nicht. Noch nicht einmal ‚gut gemeint‘:

„Na und? Zuhause ist doch auch schön.“, mag da der ein oder andere kinderlose Bürger denken. Wer das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) kennt, weiß, dass es hier nicht nur um die Kindern, sondern auch um die Familien geht:

Wir reden hier von potentiell 197 Elternteilen, welche nicht aus der Elternzeit, Mutterschutz oder Erziehungsurlaub zurückkehren werden und nicht selten im Anschluss ihren Job verlieren. 197 Familien, welche sich weiter mit einem Einkommen finanzieren müssen, ungeachtet dessen, ob sie das überhaupt können oder nicht.

Für die 85 U3-Kinder ohne Platz wären kleine 8 Kitas nötig, die übrigen 112 Kinder kämen schon mit Fünfen aus. Unterm Strich fehlen also ganze 13 Kitas in Münster, es sei denn man vergößert die Gruppenstärke – was grade bei U3 kaum im Sinne der Kinder ist.

Hier hat auch nicht einfach das Jugendamt versagt, nein, wenn es darum geht eine neue Betreuungsstätte einzurichten, sind ein paar mehr Ämter beteiligt.
Das komplette Verfahren kann Jahre dauern, wohlgemerkt, Jahre NACHDEM potentielle Räume ausfindig gemacht wurden, was auch schon seine Zeit dauert.
Und nein, die Verwaltung tut ihr Möglichstes, sie hat aber auch reichlich andere Aufgaben und muss ihre Prioritäten letztlich nach den Vorgaben des Rates setzen.

Unser Dank geht also an die Fraktionen im Rat, die sich auch vor dieser Kommunalwahl für ihre ach so „Familienfreundliche Politik“ gegenseitig auf die Schulter klopfen!

Unsere Prognose für 2015:
Selbst wenn wir als Piraten im Rat, hoffentlich als Fraktion, den Druck erhöhen und die Stadt tatsächlich ausreichend Kitas aus dem Boden stampft – es wird weiterhin an qualifiziertem Personal mangeln.
Aktuell wird versucht das Problem über sogenannte Großtagespflegestellen zu lösen, diese lehnen wir Piraten jedoch entschieden ab. Wir wollen richtige Kitas mit ausreichend und gut ausgebildeten ErzieherInnen!
Die ESPA bietet seit kurzem eine entsprechende Ausbildung für Quereinsteiger an: „PIA“ (Praxisintegrierte Ausbildung zur ErzieherIn)
Es handelt sich hierbei, vereinfacht ausgedrückt, um die Übernahme des bewährten Konzepts der „Dualen Ausbildung“ für den Erzieher-Beruf.

Leider findet diese Initiative bislang kaum Unterstützung im Rat, es wir Zeit dies zu ändern!

Die Piraten in Münster wollen die Mittel bereitstellen, damit Münsters Kitas die nötigen Ausbildungsplätze finanzieren können. Davon abgesehen sehen wir keinen Grund, warum eine praxisintegrierte Ausbildung nur für Quereinsteiger möglich ist:

Bislang ist es so, dass der Auszubildende zwei Jahre in der Schule hockt, um im Anschluss ein Annerkennungsjahr in einer Einrichtung zu leisten.
Dass es so wenige männliche Erzieher gibt, hat sicherlich auch damit zu tun, daß die Ausbildungsvergütung in den ersten beiden Jahre exakt 0€ (in Worten: Null Euro) beträgt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Es macht kaum Sinn, dass ausgerechnet die Ausbildung zum Erzieher keine ‚Duale Ausbildung‘ ist.“

Link zu PIA: http://espa-bk.de/Alle%20PDFs/Info%20PiA.pdf