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Podiumsdiskussion „40 Jahre Musikschule Nienberge“: Zustimmung für Forderungen nach mehr Musik in Grundschulen

Es ist Wahlkampf, und alle Parteien sind sich einig. Das kann es geben, und es ist auch nicht schlimm. Heute hatte die Musikschule Nienberge zu einer Diskussionsveranstaltung geladen und widmete sich der Frage „Keine Zeit mehr für Musik(schule)?„. Es war eine kleine, aber feine Veranstaltung zum 40jährigen Bestehen der Ortsteil-Musikschule in der Bibliothek im Haus der Niederlande. Nach Impulsreferaten von Helmut Hamsen, dem Vorsitzenden des Vereins der Musikschule Nienberge, und Andreas Genschel, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands der Musikschulen in NRW, moderierte Dr. Klaus Anderbrügge die Diskussion. Auf dem Podium: Dr. Wolfgang Weikert von der CDU, Robert von Olberg (SPD), Annette Kemper (Grüne), Karin Obst (FDP) und ich (Ulrich Klose) als Listenkandidat der Piraten für die Bezirksvertretung West. Immerhin liegen von den vier freien Musikschulen Münsters drei (Albachten, Roxel und Nienberge) in diesem Bezirk.

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Wenig überraschend kamen alle zu dem Schluss, dass die musikalische Erziehung der Kinder wichtig ist. Viel Zustimmung erntete mein Hinweis auf die Forderung des Münsterschen Piraten-Wahlprogramms, den Musikunterricht wieder stärker in der Grundschule zu verankern. Viel Raum nahm die Erörterung der Frage ein, wie Schule und Musikschule besser verzahnt werden können. Denn immer größere Probleme bereiten den Musikschulen – allein in Nienberge unterrichten über 30 Musikpädagogen mehr als 1200 Kinder, Albachten hat immerhin noch 650 Schülerinnen und Schüler – der Ganztagsunterricht und das immer durchgeplantere Leben der Kinder. Für die Musik bleibt da kaum noch Platz. Das stellt auch ein Problem für die Lehrenden dar. Denn wenn aller Unterricht in den späten Nachmittagsstunden stattfindet, bekommen sie Zeitprobleme. Auch beklagen die Musikschullehrer sinkende Teilnahmezahlen im Ensemblespiel.

Schulen hätten durchaus die Möglichkeit, der Musik mehr Raum zu geben, betonte Ulrich Rademacher, der Leiter der städtischen Westfälischen Schule für Musik, der im Publikum saß. Zwar gebe das Land den Unterrichtsrahmen vor, Schulen könnten einiges aber auch autonom entscheiden. Mir scheinen dies wichtige Hinweise zu sein. Ist der Verweis auf Pisa und die durchgetaktete Freizeit des Nachwuchses möglicherweise nicht die ganze Erklärung für das Zurückdrängen der musikalischen Bildung? Für Peter Horstmann – unser Listenkandidat für den Bezirk Nord war auch unter den Gästen – und mich war dies Anlass, die Musikschulvertreter zum weiteren Dialog einzuladen – möglicherweise mit einem Vertreter der Landtagspiraten, mal schauen. Erfreulicherweise erklärten alle Angefragten spontan ihre prinzipielle Bereitschaft dazu.

Angenehm war das konstruktive Klima der Diskussion. Keine Rolle spielten Lamentos über zu geringe Finanzausstattung. Die Vereinsmusikschulen erhalten so ungefähr zwischen 140.000 und 200.000 Euro pro Jahr, während die Westfälische Schule für Musik gute 1,7 Millionen bekommt. Die Zuwendungen wurden nach einer speziellen Formel verteilt und sind mehrere Jahre gültig.