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Trägeranteil bei KiTas

Der rheinische Oberkirchenrat klagte kürzlich über mangelhafte finanzielle Unterstützung für evangelische Kindertagesstätten durch das Land NRW und droht passend zum neuen Kita-Jahr mit Schließungen. 
Ausgerechnet Elterninitiativen werden zum Vergleich zitiert und wider besseren Wissens wird behauptet, dass diese eine höhere Unterstützung bekämen.
Ein 12 prozentiger Trägeranteil ist bei Betrieb einer Kindertagesstätte durch die Kirchen zwar offiziell vorgesehen, es ist jedoch in vielerorts Praxis, dass die Gemeinde freiwillig den Löwenanteil davon übernimmt. In Münster verbleibt laut Ratsbeschluss vom 15.5.13 hier lediglich 1% beim kirchlichen Träger!
Elterninitiativen tragen nach KiBiz 4% der Betriebkosten selbst und weil diese Summe nicht ausreicht, fallen zusätzliche Vereinsgebühren an, die von den Eltern aufgebracht werden. Dass letztere auch für nicht so betuchte Familien bezahlbar bleiben, hat schlicht den Grund, dass diese Eltern fast alle anfallenden Aufgaben selbst erledigen. Mit anderen Worten: Unzählige Stunden für Instandhaltung und Verwaltung tauchen in den Betriebskosten der Eltern-Inis gar nicht erst auf, was dem rein pekuniären Vergleich mit kirchlichen oder städtischen Einrichtungen fast schon einen böswilligen Charakter gibt, finden die Piraten Münsters.
„Trotz ihrer angespannten Finanzlage bieten diese von engagierten Eltern betriebenen Kitas ein Maximum an Qualität in der Betreuung.“ so Johannes Schmanck, Vorsitzender des Jugendamtselternbeirats der Stadt und Listenkandidat der Piraten in Münster für die anstehende Kommunalwahl.
„In der letzten Sitzung blickte ich in offene Münder, als ich erzählte was die Erzieher in unseren Kitas mit den Kindern jede Woche unternehmen“ berichtet Schmanck, der seit  Jahren selbst in Elterninitiativen aktiv ist.
Da es eine der grundlegenden Forderungen der Piratenpartei ist, Eigeninitiative zu stärken , möchten wir interessierte Eltern bei der Vereinsgründung und dem Beantragen einer Betriebserlaubnis durch die Stadt tatkräftig unterstützt wissen.
Hier geht es zunächst weniger um finanzielle Mittel; juristische Hürden bei der Erstellung von Verträgen und Satzungen und letztlich das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) selbst stehen dem Ziel, endlich ausreichend Betreuungsplätze anzubieten, im Weg!
„Sollte es wirklich zum Scheitern der Verhandlungen mit der Evangelischen Kirche kommen, so wird dies in erster Linie Eltern und Kinder in den von der Schließung bedrohten Einrichtungen treffen. Das zu vermeiden ist das Gebot der Stunde. Gleichwohl sollte man sich von der Kirche nicht unter Druck setzen lassen. Sie wird sich gut überlegen müssen, ob sie auf ihren Einfluss bei der Kindererziehung verzichten will“, schließt Johannes Schmanck seine Ausführungen zum obigen Thema.

1 Kommentar zu “Trägeranteil bei KiTas

  1. Bernhard

    Die Stadt sollte die KiTas übernehmen. Ob sie nun 99% oder 100% zahlt sollte dann egal sein. Ein durchsetzen und -führen von Qualität und besseren Öffnungszeiten witd dann auch leichter. Man darf nur keine Angst vor gerechten Löhnen haben.

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