Kreisverband Presse Pressemitteilungen

Gleiche Pflichten, gleiche Rechte

Am Dienstag, den 18. Dezember 2012, verhandelte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zur Sukzessivadoption bei homosexuellen Paaren. Als Mitkläger war auch ein lesbisches Paar aus Münster bei der Anhörung vertreten.
Bei der Sukzessivadoption wird ein Kind, welches bereits von einem Partner einer Beziehung adoptiert wurde, ebenfalls von dem anderen Beziehungspartner adoptiert. Dies ist bei heterosexuellen Paaren erlaubt und auch üblich, sofern ein Partner zu der Familie mit dem bereits adoptierten Kind dazutritt. Nach aktueller Rechtslage ist dies in homosexuellen Beziehungen aber nicht gestattet; hiergegen liegt Klage beim BVerfG vor.
In der Anhörung sprachen sich fast alle Experten für die Ausweitung der Sukzessivadoption auf gleichgeschlechtliche Paare aus.
„Wenn man das Grundgesetz ernst nimmt und die vorhergehenden Urteile des BVerfG zu den Rechten homosexueller Partnerschaften betrachtet, kann das Ergebnis eigentlich nur sein, dass auch schwulen und lesbischen Paaren die Sukzessivadoption gestattet wird“, so Manuel Clemens, Fachsprecher für LGBT-Themen der Piraten in Münster. Clemens weiter: „Unserer Auffassung nach kann dies auch nur ein weiterer Zwischenschritt hin zum vollen Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sein. Wer gleiche Pflichten hat, soll auch gleiche Rechte bekommen.“
Das Urteil wird im nächsten Jahr erwartet und es bleibt zu hoffen, dass die Lebensrealität vieler Bürgerinnen und Bürger in Münster und ganz Deutschland dann eine rechtliche Absicherung bekommt.